Wie das halt so ist. Nachdem man etwas großes erreicht hat, würde man am liebsten aufhören oder zumindest ein paar Tage Ruhe haben wollen. Das ist auf dem Annapurnacircuit leider nicht möglich, wenn man: a) jemanden dabei hat, der relativ schnell wieder zurück muss. b) der Bus einem zu teuer ist und man keinen Bock auf 16 Stunden Busfahrt auf einer durchlöcherten  Schotterpiste hat. Und wenn c) das nächste Tal für den starken Wind und sehr guten Apfelkuchen bekannt ist. Aber lest selbst…

…wie immer klingelte der Wecker früh um 6:30 Uhr und nachdem man sich mit dem Schlafsack auch die Müdigkeit von Körper gestrichen hatte, verließen wir unseren wohlriechenden Schlafraum in Richtung Gaststube. Das Frühstück war ein wenig chaotisch, denn irgendwie waren die Mitarbeiter etwas verwirrt und brachten entweder kein Frühstück, das falsche Frühstück, das richtige Frühstück stand an einem anderen Tisch oder man bekam zusätzlich das Frühstück eines anderen. Nach ein paar Minuten klärte sich aber alles auf.

Ich hatte am Vorabend mit unserem Lieblingsammi Josh ausgemacht, dass wir uns morgens am Tempel treffen würden um eine Zeremonie mit einem hohen Lama aus Tibet mitzuerleben. Dort gab es dann den beühmten Buttertee, Blätterteiggebäck und Milchtee. Viele Mönche waren anwesend und auch die Polizei war schwer bewaffnet vor Ort. Der Tempel ist wunderschön und auf jeden Fall einen Besich wert, wenn man gerade da ist.

Um zwölf Uhr gingen wir dann zur Lodge zurück und holten unser Gepäck. Wir einigten uns aufgrund der mangelnden Motivation darauf, die Teerstraße nach Kagbeni zu laufen, denn mit knapp 3 Stunden war es die kürzeste Möglichkeit. Wir marschierten los und gelangten nach einiger Zeit an eine Straßenbiegung und konnten in das mystische Königreich Mustang blicken. Seit dem Thorung La war alles Karg, sandig und irgendwie waren die Berge runder, also schon fast wie eine andere Region auf der Welt. Auch der buddhistische, bzw. tibetische Einfluss war dort mehr zu spüren.

Wir gingen noch eine Weile auf der, zu meiner Überraschung gut ausgebauten  Straße weiter und wechselten auf ca. 3200 Metern auf einen Schotterweg und folgten diesem bis zu einem steilem Geröllhang unter dem die Jeeppiste nach Jomson verlief und noch weiter unten lag Kagbeni. Ich hatte einen riesigen Spaß beim Abstieg, weil man Geröll hervorragend abfahren kann. Fast wie auf Skiern und bei 200 Metern Höhenunterschied macht das ganze natürlich besonders viel Spaß. Nach weiteren 20 Minuten erreichten wir die „grüne Oase“ Nagbeni. Grüne Oase, da in Kagbeni viele Grasfelder und Bäume zu finden sind, was in dieser kargen Gegend schon fast etwas besonderes ist. Kagbeni selber ist vollgestopft mit Lodges und Gasthäusern, welche zumeist überteuert und nicht verhandalebar sind.Wir entschieden uns mit Shangri-La Lodge für die einzige Lodge, in der wir verhandeln konnten und so ein wenig Nachlass bekamen und genossen den restlichen Tag mit vielen MoMos und Applepie im zweiten Stockwerk, wo es einen Sonnenraum gab. Von diesem hatte man einen wunderschönen Blick auf den Nilgiri, den westlichen Ausläufer des Annapurna Himal.

Zum Abendessen gab es Spaghetti, welche an die echten italienischen wirklich gut herankamen und nach einer viel zu großen Portion ging es so langsam aber sicher ins Bett…