Das Kali Gandaki Tal ist für drei Dinge sehr bekannt. Erstens für die extremen Höhenunterschiede zwischen Berg und Tal (man sieht kurz vor Kalopani auf 2000m fast auf den Gipfel des DhaulagiriI, der nur zwölf Kilometer entfernt ist). Zweitens dafür, dass man die Uhr ziemlich genau nach dem Wind stellen kann, da durch das Tal ab elf Uhr immer ein stürmischer Südwind das Tal hinauf fegt (das Tal wirkt durch die geografischen Gegebenheiten wie ein Windkanal), welcher einem manchmal sogar das Laufen schwer macht. Und Drittens, für die vielen Obstprodukte, wie Saft, Schnaps, Kuchen und Marmelade. Letztere hab ich sehr oft getestet, aber lest selbst…

In Kagbeni bin ich früh aufgestanden, was mir ausnahmsweise mal leicht gefallen ist, und dann ging es nach dem üblichen Geraffelpacken zum Frühstück. Was es gab hab ich weder aufgeschrieben, noch weiß ich es noch, falls es mir einfällt schreib ich es in den nächsten Beitrag.
Nach dem Frühstück ging es wieder einmal los mit dem Schuhe anziehen, Rucksack aufschnallen und bezahlen und nach ein paar Minuten hatten wir die „grüne Oase“ Kagbeni auch schon, am orographisch linken Ufer des Kali Gandaki  in Richtung Süden, verlassen.

Der Weg war zunächst sehr schön, da er direkt über oder sogar im sehr trockenen Flussbett verlief. Der Kali Gandaki hatte sehr wenig Wasser und war deshalb nur etwa sechs Meter breit und knietief, was in einem Flussbett von etwa 300-400 Metern Breite sehr komisch aussah. Der Weg führte bis zur nächsten Ortschaft Ekle Bhati am Fluss entlang und bog dann leider auf die Jeeppiste ein. Die Laune und die Lust aufs Laufen viel exponentiell in den Keller. Wir quälten uns auf der langweiligen Straße über eine Brücke und erreichten nach etwa zwei Stunden Jomson, die Hauptstadt des Bezirks Mustang. Von Jomson kann man mit dem Flieger nach Pokhara fliegen bzw. den Bus nach Pokhara nehmen.

Wir machten bei einer kleinen Bäckerei, welche von außen sehr einladend aussah Pause und bekamen statt der erhofften, guten Zimtrolle, die Backwaren von vorgestern und bezahlten den vollen Preis. Jetzt konnte nur noch ein Snickers die Stimmung retten und so versuchte ich einen Laden aufzutreiben, bei dem ich ein Snickers für 100 Rs. bekommen würde. Nach dem sechsten Laden gab ich auf, denn alle wollten 150 Rs. oder gar mehr und so war die Stimmung weiterhin im freien Fall. Als wir dann Jomson schließlich verließen setzte der heftige Wind ein und jeder Schritt war jetzt auf einmal harte Arbeit, da der Wind nicht konstant bließ, sondern in unregelmäßigen Böen und man sich entweder zu weit nach vorne oder zu weit nach hinten gelehnt hatte.

Nach einer weiteren dreiviertel Stunde erreichten wir den Ort Marpha, unser Tagesziel. Marpha liegt geschützt in einer Nische auf der orographisch rechten Talseite unter einer Felswand und ist bekannt für gute Äpfel. Wir durchstreiften den schönen und vor allem sauberen Ort, erregten einiges an Aufsehen und kamen an einem Laden vorbei, in dem ich später eine schön Kette kaufen sollte. Wir entschieden uns für die Dhaulagiri Lodge und an dieser Stelle möchte ich jedem empfehlen, wer einmal durch Marpha kommen sollte, dort zu schlafen oder wenigstens dort zu essen.

Was es dort besonderes zu Essen gibt und wieviel ein Kilo Äpfel für Touris kostet, verrate ich im nächsten Beitrag….