Wie so oft hört man schon im Voraus von verschiedenen Leuten Gutes oder Schlechtes über eine Unternehmung. So war es auch bei dieser Tour, denn aus diversen Quellen ging hervor, dass man in Marpha den besten Apfelkuchen und Köche des Treks oder gar Nepals findet. Ob das wirklich stimmt und wie mir Marpha gefallen hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag…

…eigentlich hab ich mir Marpha genauso vorgestellt wie alle anderen Orte auf dem Trek, bloß eben mit vielen Äpfeln. Nachdem es viele Äpfel auch an diversen anderen Orten auf dem Trek gab, hatte ich eine Überraschung schon längst abgeschrieben. Tja, falsch gedacht, denn Marpha ist für die eine oder andere  Überraschung gut zu haben.

Die erste Überraschung, die Marpha für einen bereit hält, ist die Sauberkeit. In arpha könnte man sprichwörtlich vom Boden essen, da man kein einziges Blatt auf den Steinplatten des schmalen Weges finden konnte. Auf der linken Seite war der etwa zwei Meter breite Weg von einem Wassertunnel untergraben, welcher weder stank noch sonst irgendwie unangenehm auffiel. Er führt einmal komplett durch Marpha und endet an einem großen Tor.

Die zweite Überraschung sind tatsächlich die Äpfel. Das Kilo kostet den feilschenden Touristen etwa 100 Rupien, also etwa das doppelte bis dreifache des Preises, den die Einheimischen zahlen. Die Äpfel verkaufte ein alter Mann. Er saß in der Tür seine Hauses, die große Waschschüssel zwischen den Beinen und fragte jeden, der an ihm vorbeikam, ob er nicht ein paar „Äppuls“ haben wolle. Da mich die Äpfel beim Vorbeilaufen so sehr angelacht hatten, kaufte ich nach ein paar Minuten ein Kilo.

Die dritte Überraschung waren die kulinarischen Erfahrungen, welche ich in Marpha machen durfte. Da war natürlich unsere Lodge, das Dhaulagiri Guest House, welches in einer Biegung des Weges inmitten von Marpha liegt. Der Eingang ist relativ unscheinbar, denn außer einem Schild ist nicht viel eines Guest Houses zu erkennen und es ähnelt mehr einem normalen Privathaus. Wenn man aber ins innere kommt, steht man in einem kleinen überdachten Innenhof, welcher von einer Galerie und einer Empore umgeben ist. Im Dhaulagiri Guest House gibt es den besten Apfelkuchen des gesamten Treks, wenn nicht vielleicht des ganzen Landes und am besten bestellt man einen Apfelkuchen mit Custard (Pudding) und isst ihn auf dem mit Lehm gedeckten Dach.

Die vierte Überraschung hielt ein kleiner Imbiss an der Hauptstraße bereit. Wir aßen dort zu Mittag und dann klang auf einmal der Ton zweier aufeinander treffenden Billardkugeln in meinen wohl mittlerweile ziemlich dreckigen Ohren. Nach dem Essen im Dachgeschoss des Imbisses, riskierte ich einen Blick in den Nachbarraum und dort stand tatsächlich ein großer Snookertisch und ein kleiner Pooltisch. Und das ganze im Himalaya, etwa zwölf Stunden holprige Autofahrt von der nächsten größeren Stadt (Pokhara) entfernt. Nachdem wir ein paar Runden gespielt hatten, dämmerte es bereits und wir liefen durch das beschauliche Dorf zurück zum Guest House.

Nach einem Tag mit viel zu vielen, aber leckeren Äpfeln, Pool und Imbiss, gab es am Abend dann die fünfte Überraschung, denn die Dame des Hauses, eine Thakali-Frau (Die Thakali sollen die besten Köche Nepals sein), bekochte uns alle hervorragend. Und zwar nicht nur typisch nepalesisch, sondern auch die Spaghetti und der Burito waren erstklassik.
Allgemein war der volle Tag in Marpha eine sehr gute Erfahrung, die ich irgendwann gerne wiederholen möchte und ich jedem Empfehle, auch einmal zu erleben.

Aber wie es halt so ist, haben auch die schönsten Erfahrungen irgendwann ein Ende und so mussten wir am nächsten Tag in einen Ort fahren, der den schönen Namen „Tatopahni – ततो पानी“ trägt.
Was dieser Name übersetzt bedeutet, erfahrt ihr im nächsten Beitrag…